Die Firma "D.H. Pollak & Co." gründet am heutigen Firmensitz in Graz eine Schuhproduktion. Innerhalb weniger Jahre entwickelt sich das Unternehmen mit einer wöchentlichen Schuhproduktion von 20.000 Paaren zum größten Schuhproduzenten Mitteleuropas.
Das gleichzeitig aufgebaute dichte Filialnetz erstreckt sich über die gesamte österreichisch-ungarische Monarchie. Die Geschäfte befinden sich u.a. in Prag, Budapest, Zagreb, Laibach, Triest, Meran und Temesvar.
Beliefert werden nicht nur die Kronländer, die Schuhexporte erstrecken sich bis nach Afrika, Amerika, Australien und Indien. Der Firmenname wird um "Goodyear Welt-Schuhfabrik" erweitert.
Die Expansion in der Schuhproduktion und im Schuheinzelhandel schreitet weiter voran, es werden Niederlassungen in Konstantinopel (heutiges Istanbul), Philippopel (heutiges Plovdiv/Bulgarien), Sofia und Berlin gegründet.
1907 eröffnet das American Shoe House "HUMANIC" in Wien seine ersten zwei Filialen: am Kärntnerring 6, vis à vis des berühmten Hotel Bristol und in der Mariahilferstraße 92, gegenüber vom Hotel Palace.
Der 1. Weltkrieg führt zum weitgehenden Verlust des aus weit über 100 Geschäften bestehenden Filialnetzes.
Trotz der insgesamt schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden einige Schuhfabriken erworben, darunter die "Allgemeine Österreichische Schuh-Aktien-Gesellschaft".
Die schweren Kriegsschäden machen einen Neuanfang des Unternehmens erforderlich. Ähnlich dem Schicksal der österreichisch - ungarischen Monarchie wird auch das Unternehmen zerschlagen.
In den Nachfolgestaaten werden eigene Vertriebs- bzw. Produktionsgesellschaften gegründet, die jedoch durch die politischen und wirtschaftlichen Wirren der Nachkriegszeit sukzessive verloren gehen.
Durch die Gründung der österreichischen "HUMANIC LEDER und SCHUH AG, Wien-Graz" setzt man einmal mehr ein starkes Lebenszeichen und konzentriert alle Kräfte auf einen Neubeginn im nunmehr "geschrumpften" Österreich.
Mit dem Unternehmen geht es rasch aufwärts und im Jahr 1930 umfasst das Verkaufsnetz von HUMANIC bereits wieder 60 Filialen.
Die Folgen der Weltwirtschaftskrise und der Anschluss Österreichs an Deutschland bedeuten für das Unternehmen erneut dramatische Schwierigkeiten und einen abrupten Wachstumsstopp.
Schließlich bringt der Krieg den völligen Zusammenbruch. Aufgrund ihrer Lage in der Nähe des Grazer Hauptbahnhofes wird die Fabrik gegen Ende des Krieges durch Luftangriffe der Alliierten weitgehend zerstört.
Die nach Beendigung des Krieges einsetzenden Wiederaufbauarbeiten konzentrieren sich zunächst noch auf den relativ kleinen österreichischen Markt und sind bis 1950 im Wesentlichen abgeschlossen.
Einhergehend mit der Neuordnung Europas steht schon bald der Beginn internationaler Kooperationen, wie z. B. mit "Calzaturificio di Varese" und "Charles Jourdan". Hier wird auch der Grundstein für die heutige Modeführerschaft von HUMANIC gelegt.
Die Gründung der Europäischen Freihandelszone EFTA führt ab 1960 zu einer Intensivierung der Handelsbeziehungen mit den skandinavischen Staaten und der Schweiz. Die Exporte nach Deutschland, Norwegen, Benelux, Fernost und UdSSR werden zum wichtigen Wachstumsträger.
Über 3000 Schuhhändler in ganz Europa werden sowohl aus der eigenen Produktion als auch durch den eigenen Großhandel beliefert. Zur gleichen Zeit werden in Deutschlandsberg, Radkersburg, Eibiswald und Feldbach Produktionsbetriebe eröffnet. Mehrere ausländische Produktionsstätten entstehen u.a. in der Schweiz und in Spanien.
Bis 1977 werden die Einzelhandelsaktivitäten ausschließlich unter der Handelsmarke HUMANIC geführt. Ab diesem Zeitpunkt beginnt sich das Unternehmen im Einzelhandel zu diversifizieren.
Die traditionelle Vertriebslinie HUMANIC wird 1977 um TOP SCHUH erweitert. 1988 werden die ersten DOMINICI-Geschäfte eröffnet. Einen weiteren Meilenstein stellt die Gründung von JELLO SCHUHPARK im Jahr 1989 dar.
1990 wird die LEDER & SCHUH AG in ihrer heutigen Form gegründet. Als Holding übernimmt sie neben ihrer Führungs- und Dienstleistungsfunktion auch die strategische Koordination aller Aktivitäten im In- und Ausland.
Das Unternehmen ist mit seinen Einzelhandelsaktivitäten bis 1991 ausschließlich auf dem heimischen Markt tätig. Der Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung am ungarischen Handelsunternehmen SZIVÁRVÁNY Rt., mit Sitz in Budapest, bedeutet für die LEDER & SCHUH AG den Beginn der Internationalisierung. HUMANIC wird bald zur Nr. 1 in Ungarn.
1992 erfolgt mit HUMANIC der Markteinstieg in Tschechien. Mit dem innovativen Konzept von SHOE 4 YOU erfolgt 2 Jahre später der Markteintritt in Deutschland.
Das Jahr 1994 bringt für die LEDER & SCHUH AG aber auch den endgültigen Ausstieg aus der Schuhproduktion und dem Großhandel - eine strategisch wichtige Weichenstellung für die Entwicklung des Konzerns hin zu einem reinen Einzelhandelsunternehmen
2000 erfolgt mit der Eröffnung des ersten JELLO- und des ersten HUMANIC-Standortes der Eintritt in den slowenischen Markt.
Im Frühjahr 2002 erfolgt der Markteintritt mit HUMANIC in zwei weiteren Ländern: in Deutschland wird die erste HUMANIC-Filiale in Regensburg eröffnet und in der Slowakei entstehen die ersten beiden HUMANIC-Filialen in Bratislava.
Seit dem Frühjahr 2005 ist HUMANIC auch mit Filialen in Polen vertreten.
Ende 2007 wird die strategische Entscheidung getroffen, TOP SCHUH vom Markt zurückzuziehen.
Mit der Eröffnung des ersten HUMANIC-Standortes erfolgt im Frühjahr 2008 der Eintritt in den rumänischen und den Schweizer Markt. 2009 eröffnen HUMANIC und JELLO erste Filialen in Kroatien. Ebenfalls in diesem Jahr fällt mit www.shoemanic.com – dem eShop von HUMANIC, der Startschuss für das Online-Geschäft in Österreich und Deutschland. Seit 2010 ist HUMANIC außerdem in Bulgarien vertreten.
Heute zählt die LEDER & SCHUH INTERNATIONAL AG mit 346 Standorten, 3.666 MitarbeiterInnen und einem Umsatz von 496,4 Millionen Euro zu den führenden Schuheinzelhandelsunternehmen Europas.
Mit den Tochtergesellschaften CORTI, DOMINICI, HUMANIC, JELLO und SHOE 4 YOU ist das Unternehmen fit für das 3. Jahrtausend.